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Aufblühen statt ausbrennen von Alex Kühn, 1

24.06.2013, 16:01 | Burnout | 0 Kommentar(e)

1. Auszug des Interviews von Alex Kühn mit Dr. Christel Killmer in Medical Tribune public, 1/2013, 1.3.2013, S. 28-30

Burnout ein Wort, das verunsichert und Angst macht. Die Aarauer Medizinsoziologin und Burnout-Expertin Dr. Christel Killmer erklärt, was es mit dem viel zitierten Problem auf sich hat und was man dagegen unternehmen kann.

Kaum ein Begriff fällt im Zusammenhang mit dem Gefühl der Überforderung im Alltag so oft wie jener des Burnouts. Doch wann ist es überhaupt angezeigt, von Burnout zu sprechen? Gemäss dem Maslach Burnout Inventory, einer wissenschaftlichen Arbeit aus den 1980-er Jahren, handelt es sich um die Kette von emotionaler Erschöpfung, Depersonalisierung und reduzierter Leistung basierend auf chronischen Belastungen im Umgang mit Menschen. «Burnout entsteht, wenn man mit Begeisterung und Idealismus in den Beruf geht, sich sehr stark einsetzt und relativ wenig zurückerhält. Langfristig führt ein solches Ungleichgewicht zu Stress. Wenn chronischer Stress nicht angemessen bewältigt wird, kann man ausbrennen, erklärt Dr. Christel Killmer, die sich seit rund 25 Jahren intensiv mit dem Thema befasst. «Der Stress und seine Folgen haben rapide zugenommen, damit auch Burnout.»

Sie vertritt den Standpunkt, den Burnout-Begriff auf die Arbeitswelt zu beschränken. Im privaten Bereich hält sie den Begriff der Erschöpfungsdepression für angemessener. «Wenn man Burnout inflationär verwendet, wird der Terminus noch schwammiger als er ohnehin schon ist. Wenn Burnout alles und nichts aussagt, nehmen die Leute es auch nicht ernst», erklärt sie. «Dass so viel über den Begriff gesprochen wird, mag damit zu tun zu haben, dass sich viele Menschen mit dem Gefühl der Überforderung in ihm wiederfinden.»

Burnout sei ein Prozess, der schleichend verlaufe. Dennoch könne das Ausbrennen schon in frühen Phasen gestoppt werden, wenn man in der Gesellschaft offen und achtsam damit umgehe. Die Realität sieht anders aus: Man redet zwar viel darüber, doch wenn Leute wirklich Probleme damit haben, verschweigen es die meisten. In einer Leistungsgesellschaft will keiner gerne zugeben, die Leistung nicht mehr zu erbringen.

Ein weiteres Problem beim Umgang mit Burnout ortet Christel Killmer in der Tatsache, dass es in der Öffentlichkeit als Krankheit gehandelt und auf den Endzustand des „Ausgebrannt seins“ fokussiert werde. Ein Mensch, der gefährdet ist, auszubrennen, denkt dann: So schlimm ist es ja bei mir noch nicht. Er nimmt seine Schwierigkeiten dann nicht genügend ernst und rutscht gerade deshalb immer tiefer hinein.»
Info-Vorträge können ein erster Schritt auf dem Weg zu einem bewussten Umgang mit der Burnout-Gefahr sein.




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